


Der Karfreitag ist der Tag der Epitaphe. Jede Kirchgemeinde der Insel, so wie jede Kirchgemeinde in Griechenland, umschreitet mit ihrem Epitaph die Grenzen des Pfarrbezirks. Die Gegenwart der Musikvereine jedoch, der Chöre und Tausender Menschen, Einheimischer und Fremder, gibt diesem schwermütigen Tag auf Korfu eine ganz besonders ergreifende Dimension. Es genügt sich zu merken, dass der „alte“ Musikverein (in roter Uniform) das Adagio von Albinoni, der „Mantzaros“-Verein (blaue Uniformen) den Trauermarsch von Verdi und der Verein „Kapodistrias“ die Elegia Funebere und die „Sventura“ von Mariani sowie den Trauermarsch von Chopin spielen. Damit die Orchester es schaffen, die Umzüge aller Kirchen zu begleiten, beginnen sie in der Stadt schon um 2 Uhr mittags. Im Laufe der Zeit folgen die Umzüge immer dichter aufeinander und zum Schluss verlaufen viele gleichzeitig, so dass die Leute nicht mehr wissen, wohin sie sich zuerst wenden sollen. Zuerst erscheinen die Epitaphe der Spiliotissa von der Neuen Festung und der Pantokratorkirche aus dem Campiello-Viertel um 14 Uhr, gefolgt von den anderen Kirchen bis 22 Uhr nachts, wenn der Epitaph der Bischofskirche aus dem Spilia-Viertel erscheint.