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Agios Spyridon








Agios Spyridon

Zwar verkündeten schon im ersten Jahrhundert nach Christus die Apostel Iason und Sosipatros Christi Botschaft in die Stadt Korfu, bis zur Christianisierung isoliert lebenden Landbevölkerung vergingen aber noch vier bis fünf Jahrhunderte. Deren prekäre Lebensumstände ließen jedoch keine tatsächliche Aneignung der christlichen Lehre zu. Als sie von der Ankunft des Heiligen und den gewirkten Wundern erfuhren, wallfahrten sie in die Stadt um ihm zu huldigen und mit Gelübden um seine Fürsprache zu bitten. Diese Bevölkerung außerhalb der Stadtmauern, schutzlos den Übergriffen von Piraten, fremden wie eigenen Herren, preisgegeben und ohne weltlichen Beistand auf dieser Welt erkannte in Spyridon die einzige Macht die über allen anderen stand und sich in ihre Schwierigkeiten einfühlen und ihnen beistehen konnte.: Ihr Heiliger.

Der Glaube bestärkt sich aus einer intimen Beziehung, Spyridon ist unter ihnen, „lebt“ in einer Kirche ihres Dorfes, kann sie sehen, fühlt ihren Schmerz und spendet Trost. Er kann sie vor den Türken und von der Cholera retten, kann ihnen Weizen bringen wenn sie Hunger leiden, deshalb schenken ihm die Menschen auch u.a. gestickte Schuhe, damit er als unsichtbarer und allmächtiger Beschützer unter ihnen wandeln kann.

Auch wenn der Heilige im 15. Jahrhundert Zypriot war, so ist er heute Korfiot, der Heilige der Korfioten. Die tägliche Fürbitte der Landbevölkerung an seine Person, wenn die Venezianer sie um ihr Brot brachten, die Türken und Piraten ihr Leben bedrohten, hat eine innere Beziehung entstehen lassen, wie sie zwischen Vater und Sohn besteht. Es heißt: „Wir haben Spiros zu unserem Schutz und fürchten uns nicht.“ So kommt es, dass ein Einheimischer sich auch einmal „ein Wörtchen zuviel“ im Namen des Heiligen gestatten kann, während sich einem Fremden nichts als Respekt gegenüber Spyridon ziemt.

Der heilige Spyridon wurde 270 n.Chr. in Trimezunt auf Zypern geboren. Als armer Leute Kind ohne Zugang zu Bildung wurde er Hirte. Nach dem Tod seiner über alles geliebten Ehefrau widmete er sein Leben der Kirche und wurde zum Bischof von Trimezunt geweiht. Seine Teilnahme am Konzil von Nikäa 325 brachte ihm Anerkennung ein. Während der Christenverfolgungen unter Kaiser Maximilian wurde er festgenommen und mit Verbannung bestraft. Sein ganzes Leben verbrachte er Wunder wirkend auf Zypern. Als man nach Eroberung Zyperns durch die Sarazenen sein Grab öffnete um seine sterblichen Überreste nach Konstantinopel in Sicherheit zu bringen, erblickte man einen unversehrten, nach Basilikum duftenden Leichnam: untrügliche Beweise seiner Heiligkeit. Nach dem Fall Konstantinopels 1453 brachte ein korfischer Priester namens Giorgios Kalochairetis den Kriegsflüchtling nach Korfu und vererbte ihn seinen drei Kindern. Als Mitgift seiner Enkelin Asimia ging die Reliquie in den Besitz der Familie Bulgari über, die so ihre Privatkirche zur Wallfahrtsstätte der Huldigung Spyridons aufwertete. Zum Bau der Stadtmauer wurde die Kirche der Bulgaris abgebrochen und der Heilige nahm seinen Wohnsitz in der Kirche, die seinen Namen trägt und wo er bis zum heutigen Tag verehrt wird.

Der Heilige der Korfioten

Prozessionen: Fließender Fluss des Christentums durch die Straßen der Stadt

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